Die Bedeutung eines MVP für dein Startup

15.09.2020 | Geschrieben von Ole Peterson

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Bringe dein Produkt schnell und günstig an den Markt

Dieser Artikel hilft dir weiter wenn:

  • Du dein (digitales) Produkt am Markt validieren möchtest
  • Du mit circa 10% der eigentlichen Kosten bereits dein Produkt rausbringen möchtest
  • In wenigen Wochen mit deinem Startup am Markt sein möchtest
  • Dich fragst, welche Produkt-Features für ein MVP wirklich wichtig sind und welche nur Kostenfallen sind

Was ist ein MVP? - Die Definition

MVP ist im Zusammenhang mit Startups die Abkürzung für Minimum Viable Product; also ein minimal lebensfähiges oder minimal praktikables Produkt. Ein MVP wird auch Skeleton-MVP genannt, da es als Minimalversion des Produktes quasi dessen Skelett abbildet. Ein MVP besteht immer nur aus den unersetzbaren und einzigartigen Kernfunktionen der Produktidee, um ein möglichst kostengünstiges, aber auch funktionsfähiges, neues Produkt zu erhalten. Wie das funktioniert zeigen wir dir in diesem Artikel.

Was bringt ein MVP?

Allem voran ist die Entwicklung eines MVP ein wertvoller Lernprozess. Oft werden Probleme im Ablauf sichtbar, die später sehr teuer werden können. Die Kosten für ein MVP lohnen sich im Verhältnis zu oft fünfstelligen Kosten, die aufkommen, wenn nicht zielführende Features im finalen Produkt verbaut werden. Der Lernprozess während der Entwicklung ist daher der größte Vorteil des Minimum Viable Products.

Ein Gründer der nach diesem Lernprozess empirische Daten zu seinem Geschäftsmodell präsentieren kann, ist nicht nur schneller am Markt, sondern auch deutlich attraktiver für Angels und Investoren!

Ein MVP ist eine hervorragende Möglichkeit die Funktionsweisen deines Produktes am Markt zu validieren, ohne dabei das Risiko der kompletten Entwicklungskosten zu tragen. Ein MVP-Entwicklung ist vergleichsweise günstig: Die Kosten für ein MVP fallen erfahrungsgemäß mit nur circa 10% der eigentlichen Entwicklungskosten ins Gewicht. Es ist immer schwer konkrete Kennzahlen für die Kosten eines MVP zu benennen, da natürlich jedes Business einzigartig ist; dennoch können Erfahrungswerte sicherlich ein paar Anhaltspunkte geben:

Kostet eine Produktentwicklung geschätzte 50.000 Euro darf ein MVP ruhig 5.000 Euro kosten - es sollte auf keinen Fall über 10.000 Euro kosten. Bei allem über 10% der Entwicklungskosten ist Vorsicht geboten: Sind die Kosten für das MVP es wirklich wert? Habe ich zu viele Features oder verliere ich den Fokus?

Der nächste Vorteil eines MVPs ist schneller am Markt mitmischen zu können, dort die Aufmerksamkeit von Kunden auf sich zu ziehen und wertvolles Feedback und Daten zu generieren. Oft dauert eine reguläre Produktentwicklung 6-12 Monate: Hingegen ist ein schlankes MVP in 6-10 Wochen realisierbar und kann bereits auf dem Markt positioniert werden. Außerdem hat jede Gründung laufende Kosten, direkte oder Opportunitätskosten - jeden Monat den man noch nicht am Markt ist, verliert man also effektiv Geld. Mit einem MVP werden diese anfänglichen Verluste früher aufgefangen.

Was braucht ein gutes MVP - und was nicht?

Die Features für ein MVP zu definieren erfordert Disziplin und die Einsicht, dass es weder schön, noch unbedingt benutzerfreundlich sein wird. Der Fokus bei der Entwicklung eines MVP muss auf den unersetzbaren, essentiellen Funktionen des Produktes liegen - und auf dem “Warum”. Frage dich warum Kunden für dein Produkt Geld ausgeben sollten, nicht für andere Produkte. Die Antwort auf diese Frage geben die einzigartigen Features deines Produktes, die Probleme von Kunden so lösen, wie kein anderes Produkt. Alles Zusätzliche treibt nur die Kosten, ohne einen für dein MVP zusätzlichen Nutzen, der diese Kosten rechtfertigen könnte.

Um diese essentiellen, bis hin zu den unnötigen Funktionen des MVP zu definieren, lassen sich alle Features in folgende vier Gruppen einteilen:

  • Must have: Essentielle Funktionen, die ein Produkt ausmachen und nicht manuell ersetzt werden können. Ohne jene Funktionen kann das Produkt nicht wie gewünscht die spezifischen Probleme der Kunden lösen.
  • Should have: Features die das Produkt später zur Skalierung und Monetarisierung benötigt. Beispielsweise automatische Bezahlung oder Ähnliches.
  • Can have: Alles was noch benutzerfreundlich ist und Zeit spart, wie zum Beispiel praktische UI-Shortcuts.
  • Shouldn’t have: Alles was nicht in die anderen drei Kategorien fällt und somit außerhalb des Anwendungsbereiches liegt.

Ein gutes MVP besteht ausschließlich aus Must-Haves! So ist es beispielsweise am Anfang günstiger keine Bezahlfunktion im Produkt zu haben und stattdessen einfach Rechnungen zu schreiben - skalieren steht erst später auf dem Plan.

Finde die Must-Haves deines Produktes

Diese Grafik hilft dir dein MVP richtig zu definieren. Ordne die einzelnen Features entlang der verschiedenen Pfade ihren Kategorien zu. Hier ist die eingangs erwähnte Disziplin gefragt, um nicht mit einem zu großen und damit zu teurem MVP an den Start zu gehen.

Wenn du deine Must-Have-Features gefunden hast, kannst du dir nun über die eigentliche MVP-Entwicklung Gedanken machen. Wir verraten dir worauf man achten muss.

Schnell und günstig dein MVP bauen

Heutzutage gibt es eine Vielzahl an Tools, aus denen du dein MVP bauen kannst - von automatisierter Kalenderbuchung über Onlineshops und Zahlungssystemen. Bestehende Tools gilt es zu nutzen, denn eine komplette eigene Entwicklung ist oft um ein Vielfaches teurer. Ein klug konzipiertes Minimum Viable Product ist oft ein Flickenteppich aus kombinierten Tools, die gemeinsam eine Lösung für ein Problem darstellen. Es ist dennoch immer eine kreative Eigenleistung, sein Produkt durch bestehende Tools abzubilden und so eine funktionierende Lösung zu schaffen.

Ein Beispiel für ein MVP:

Mit Hofly erlauben wir es Landwirten, ihre eigenen Produkte selbst an Endkunden zu vertreiben.

Als MVP für Hofly, haben wir gemeinsam mit dem Gründer einen fertigen Onlineshop auf einer händisch geschriebenen Webseite integriert, in dem man genau ein Produkt kaufen konnte. So war das Konzept “Hofly” innerhalb von 1.5 Wochen am Markt, wir konnten wertvolle Erkenntnisse bezüglich der Logistik, Marketing u.v.m. gewinnen und wir haben über 1000€ monatlichen Umsatz (MRR) generiert.

Die Website mit Bezahlfunktion entstammte dem Website Baukastensystem Wix.

Wenn man das MVP nicht selber entwickeln kann, macht es am meisten Sinn, das MVP extern entwickeln zu lassen: Die Einstellung eines eigenen Softwareentwicklers für das Entwickeln eines Minimum Viable Products wäre noch viel zu früh und würde laufende Kosten erzeugen - und laufende Kosten sind, im Gegensatz zu den einmaligen, im Normalfall die, an denen Startups häufiger scheitern.

Die Entwicklung des MVP muss gut abgestimmt sein: Ein MVP welches das Problem nicht löst ist schlicht wertlos. Viele Startups stellen lediglich einen Studenten zur Entwicklung ein und nach zähen Monaten sind beide Parteien unzufrieden. So wird wertvolle Zeit und Geld verschwendet.

Wenn du noch Fragen dazu hast, welche bestehenden Tools sich eignen um dein Produkt abzubilden, können dir die erfahrenen VIPER-devs sicherlich weiterhelfen. Du kannst hier einen kostenlosen Beratungstermin zu dem Thema vereinbaren.

Tools für ein digitales MVP

Folgende Tabelle gibt dir eine schnelle Übersicht zu den bereits MVP-erprobten Tools, mit denen sich viele wichtige Funktionen abdecken lassen. Die meisten Tools sind nicht kostenlos, sind aber im Vergleich zu einer eigenen Entwicklung dennoch deutlich günstiger. Schaue dir an, was die Programme genau können und zu welchem Preis; du wirst sehen was zu einem vergleichsweise sehr kleinen Preis schon möglich ist.

Benötigtes Feature Tool
Terminierte Buchungen, z.B. auf einer Plattform Calendly
Datenerhebung Google Forms, NinjaForms (Für WordPress)
Landing Page Wix (Einfach), WordPress (Komplexere Seiten ggf. mit Nutzersystem)
Regelmäßige Followups, ggf. mit Bedingungen ActiveCampaign, Drip
Online Shop Shopify
Verbindungen zwischen Tools Eigene Scripte, Zapier, IFTTT

Welche Programme nutzt ihr für euer MVP? Verlinkt die Tools in der Kommentarspalte und teilt eure Erfahrungen mit der Community.

Vier Schritte zum erfolgreichen MVP

  1. Kernfunktionen definieren
    • Nur die Must-Haves gehören in ein MVP
    • Was manuell geht, sollte manuell gemacht werden
  2. Bestehende Programme sichten und kombinieren
    • Auch kostenpflichtige Programme sind fast immer günstiger als eine Eigenentwicklung
  3. MVP umsetzen
    • Überlege dir genau, wer dein MVP entwickeln sollte
    • Setze es schnell um und behalte den Überblick über deine Kosten
    • Vermeide es, langfristige Commitments einzugehen, oder mit einem potentiell unzuverlässigen Partner zu arbeiten, der keine Erfahrung mit MVPs hat
  4. Das MVP an die Kunden bringen
    • Spätestens jetzt (am besten vorher!) verkaufst du dein Produkt auch aktiv!
    • Feedback einholen

Sobald ein MVP steht kann es am Markt getestet und das wertvolle Feedback der ersten User eingeholt werden. Dieses Feedback zu bekommen, bevor die eigentliche Investition in die finale Produktentwicklung stattfindet, ist extrem hilfreich. Die 10% an zusätzlichen Kosten zahlen sich durch das Feedback und die frühere Marktpositionierung um ein Vielfaches aus. Letztendlich ist ein MVP vor allem auch ein Lernprozess für ein Startup und gibt am Ende viel Aufschluss darüber, was die Kunden brauchen.

Wenn dein MVP erst einmal steht, du die Learnings aus dem Prozess mitnehmen konntest und Kunden auf dein Produkt aufmerksam geworden sind, kannst du dich mit dem Feedback der Kunden im Rücken auf die wirkliche Produktentwicklung stürzen.

Wenn du noch Fragen zum Thema Minimum Viable Product hast, kannst du hier ein kostenloses Beratungsgespräch vereinbaren.

Wir haben mit VIPERdev bereits viele MVPs innerhalb einiger Wochen an den Markt gebracht. Wir wissen welche Features wirklich wichtig sind, kennen die bestehenden Ressourcen an Code, sowie auch klassische Kostenfallen sehr gut. Dank unserer Erfahrung können wir ein günstiges, schnelles und hochprofessionelles MVP mit euch entwickeln. Wir stehen euch für jegliche Fragen auch unter unserem Kontaktformular zur Verfügung.

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